Seid wachsam! [¡sed vigilantes!] dass über Deutschland nie wieder die Nacht hereinbricht.” – Deutsche Gewerkschafter im KZ 1933 – 1945 / Ausstellung in der IG-BCE-Hauptverwaltung

Posted on 2012/07/10

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“Seid wachsam, dass über Deutschland nie wieder die Nacht hereinbricht.” – Deutsche Gewerkschafter im KZ 1933 – 1945 // ¡Sed vigilantes!, que Alemania no vuelva a caer en la oscuridad. Sindicalistas alemanes en los campos de concentración 1933-1945 

[Exposición en Hannover. Sede del sindicato minero aleman] Als Fritz Husemann 1935 von der Gestapo verhaftet wurde, ging er vermutlich davon aus, dass er wie bereits zwei Jahre zuvor bald wieder freigelassen werden würde. Doch der Bergmann und engagierte Gewerkschafter aus Bochum wurde nur wenige Tage später im KZ Esterwegen ermordet.

Wie Husemann erging es vielen Gewerkschaftern, denn sie waren von Anfang an erklärte Gegner der Nazis. Viele wurden für ihr gewerkschaftliches Engagement in Konzentrationslagern inhaftiert und schikaniert. Einige bezahlten den Widerstand gegen den nationalsozialistischen Terror mit dem Leben.

Die Wanderausstellung „Seid wachsam, dass über Deutschland nie wieder die Nacht hereinbricht – Deutsche Gewerkschafter im KZ 1933 – 1945“ setzt diesen mutigen Männern und Frauen nun ein Denkmal: Unter der Leitung der Professoren Siegfried Mielke und Günter Morsch recherchierten Studierende der Freien Universität Berlin mehr als 34 Biografien von Gewerkschaftern und Gewerkschafterinnen; 22 Lebenswege wurden für die Ausstellung ausgewählt.

“Seid wachsam, dass über Deutschland nie wieder die Nacht hereinbricht.” – Deutsche Gewerkschafter im KZ 1933 – 1945, Ausstellung bis zum 13. August 2012 im Foyer der IG-BCE-Haupverwaltung in Hannover

Unterstützt wurde das Projekt durch die Hans-Böckler-Stiftung sowie die Gedenkstätte Sachsenhausen. Die Sammlung versteht sich laut Professor Morsch als Gegengewicht zur offiziellen Gedenkkultur in Deutschland. Der Widerstand aus der Arbeiterbewegung dürfe nicht länger unterschlagen werden.

Viele der ausgestellten Biografien könnten unterschiedlicher kaum sein. Aber allen Schicksal ist gemein, dass sie sich aktiv gegen das Nazi-Regime stellten.

Öffnungszeiten / Begleitprogramm

Die Ausstellung ist bis zum 13. August 2012 im Foyer der IG-BCE-Hauptverwaltung Hannover zu besichtigen. Sie ist Montag bis Freitag von 9 – 20 Uhr und Samstag von 10 – 14 Uhr für Besucher geöffnet. Der Eintritt ist frei. Führungen von Gruppen und Schulklassen können unter 0511/7631-142 (Petra Adams) angemeldet werden. Offene Führungen für alle Interessierten sind außerdem an den Samstagen 23. Juni, 7. + 21. Juli und 4. August 2012 um jeweils 14 Uhr.

Ferner lädt die IG BCE am 16. Juli 2012 um 17 Uhr zu einer Begleitveranstaltung der Ausstellung in die IG-BCE-Hauptverwaltung Hannover ein. Nach einer Begrüßung durch IG-BCE-Vorstandsmitglied Edeltraud Glänzer spricht der Leiter der Gedenkstätte und des Museums Sachsenhausen Prof. Günter Morsch zum Thema “Gewerkschafter/-innen in Konzentrationslagern – eine vergessene Opfergruppe?”. Im Anschluss stellt Dr. Wolfgang Jäger von der Hans-Böckler-Stiftung ausgewählte Biographien verfolgter Gewerkschafter vor und leitet damit ein gemeisames Gespräch ein. Das Schlusswort spricht IG-BCE-Vorstandsmitglied Egbert Biermann.

Nähere Informationen bietet die Einladung: